Was ist und was misst Wert: Kommentare zu Sarah Wagenknecht

Dies ist eine Arbeit über Sarah Wagenknechts Darlegung der Arbeitswerttheorie.

Original Aufsatz |


Was ist wert und was misst wert de Tabea Hirzel

Mehrwert


Wagenknechts These: "Entscheidende Variable zur Erklärung der Möglichkeit von Ausbeutung - bei allseits offenen Märkten, ohne Gewalt und staatlichen Zwang - ist also die mit der technischen Entwicklung verbundene Steigerung der notwendigen Arbeitsinputs der wichtigsten Produktionsgüter sowie die damit verbundene Verschiebung zwischen direkten und indirekten Arbeitsaufwendungen sämtlicher Güter zugunsten der letzteren." (Wagenknecht, 15)

Hirzels Antwort: Die Ursache der Ausbeutung ist nicht eine "Steigerung des Arbeitsinputs" sondern die politisch geschaffene Möglichkeit, durch ein System (u.a. das Finanzsystem) Rechte von Verpflichtungen zu dissoziieren, wodurch immer die einen die Fehlleistungen der anderen Bezahlen bezahlen, wärend letztere in allen Fällen Gewinne machen, sowohl aufgrund ihrer eigenen Leistung als auch der der anderen.


Wagenknechts These: "Die konkrete Relation, die sich dabei durchsetzt, ist allerdings keine ökonomisch endogen ableitbare Variable, sondern wird wesentlich durch außerökonomische Faktoren (Organisationsgrad auf beiden Seiten, Macht, Bewusstsein etc.) bestimmt." (Wagenknecht)

Hirzels Antwort:  Dies sind keine äussern sondern interne Faktoren.

Wagenknechts These: "Marx quantifiziert Ausbeutung durch die Mehrwertrate." (Wagenknecht, 15)

Hirzels Antwort:  Mengers alternative subjektive Merhwerttheorie erklärt diese Phänomene besser.

Wert und Macht

Wagenknechts These:  Der in stofflicher Form vorliegende bzw. an stoffliche Träger gebundene Reichtum bildet die Grundlage der ökonomischen Werte und entscheidet über den Wohlstand einer Gesellschaft. (Wagenknecht)

Hirzels Antwort:  Das ist so nicht ganz richtig, denn Wert entsteht nich in der Produktion von  Wert(gegenständen) sondern im Austausch von Dingen oder Leistungen, die ein subjektives Wertgefälle haben.

Das Wirtschaftsleben besteht auch nicht aus "natürlichen Ressourcen unter Verwendung eines gegebenen Apparats" (Wagenknecht) sondern ist (immer) der Austausch von Waren und Informationen zwischen Einzelpersonen, nicht Unternehmen oder Apparaten. Letztere sind nur eine Form, wie dieser Austausch organisiert wird.

Wagenknechts These: "das in konkreter Arbeit mit einer bestimmten Menge konkreter Ressourcen und konkreten physischen oder auch informationellen Hilfsmitteln produziert werden muß" (Wagenknecht)

Hirzels Antwort: Daher ist eine Optimierung nur bedingt nützlich, da sie nicht notwendigerweise zu mehr Wert führt.

Wagenknechts These: "Die Knappheit natürlicher Ressourcen ist insofern kein exogenes Datum, sondern endogene Variable des physischen Produktionsprozesses" (Wagenknecht).

Hirzels Antwort: Wert kann nicht ausschliesslich von der Knappheit eines Gutes abgeleitet werden. Der Bedarf nach diesem Gut muss immer damit in Zusammenhang gestellt werden.

Wagenknechts These: "Makrovariablen zusammenfassen" (Wagenknecht).

Hirzels Antwort:  Vorrausgesetzt dass das rechnerische Problem und Wissenschaft auf das selbe sind.

Wagenknechts These: "Jedes Gut und jede Leistung erhält im und durch den Tauschakt einen ökonomischen Wert.." (Wagenknecht) 

 Hirzels Antwort: Absolut.

Wagenknechts These:  "...der seiner bzw. ihrer Tauschrelation zu anderen Gütern und Leistungen entspricht." (Wagenknecht) 

Hirzels Antwort: Nicht ganz. Das hängt nicht vom Wert eines anderen Gutes, sondern von der Beziehung, die ich zum anderen Individuum habe, und dem Wert, den jeweiligen Wert, den ich und diese andere Individuum diesem Guten zusprechen. Dies ist wiederum durch unseren Bedarf bestimmt.

Wagenknechts These: "die Tauschrelation eines Gutes zu den anderen Gütern verändert sich, wenn sein eigener Preis, aber auch, wenn der Preis irgend eines anderen Gutes variiert." (Wagenknecht) 

 Hirzels Antwort:  Dies liegt daran, dass diese Waren, die scheinbar ihr relatives Preisniveau "verlieren", für Investitionen interessant sind. Das bedeutet, dass sie nicht aufgrund persönlicher Notwendigkeiten gekauft werden, sondern weil wir erwarten, dass der Preis wieder steigen wird (aufgrund von Knappheit oder anderen Einflüssen), und wir in der Lage sind, ihn gegen mehr als das, was wir zuvor hatten, auszutauschen und einen Nutzen aus dem Austausch zu ziehen .

Wagenknechts These: "Dessen ungeachtet sind Preise die einzige Form, Güter und Dienste unterschiedlichster Art auf einheitlicher Grundlage zu quantifizieren".

Hirzels Antwort:  Es machte die Wirtschaftwissenschaften so schön einfach, könnte man tatsächliche Güter objektive, zum Beispiel durch den Preis, vergleichen. Dem ist aber nicht so. Wodurch die meisten Volkswirtschaftlichen Rechnungen nicht mehr als schönes Wunschdenken sind.

Wagenknechts These: "Der Ökonometriker handelt insofern wie ein Physiker, der das Gravitationsgesetz überprüfen wollte, dazu aber nur ein Metallpendel in einem starken und veränderlichen Magnetfeld zur Verfügung hätte. Der Anspruch, durch ökonometrische Untersuchungen die Beziehung zwischen ökonomischen Variablen numerisch bestimmen zu können, ist daher von vornherein fragwürdig." (Wagenknecht) 

Hirzels Antwort: (Schmunzel). Ich stimme diesem Bild zu, aber nur wenn wir in Betracht ziehen, dass diese Variablen des Ökonometrikers sich wie die Protonen in der Quantenphysik bewegen, etweichen, sobald wir versuchen ihre Position zu definieren.

Wagenknechts These: "Die Ausgangsfrage ist: Worin liegt der Hebel, über den sich der Zusammenhang zwischen physischen Produktionsprozessen und Wertvariablen herstellt?" (Wagenknecht)

Wagenknechts These: "... Wirtschaftsteilnehmer danach strebt, sich mit möglichst geringer Mühe einen möglichst großen Zugriff auf den gesellschaftlichen Reichtum zu sichern, muß jeder versuchen, möglichst teuer zu verkaufen und möglichst billig zu kaufen." (Wagenknecht) 

Hirzels Antwort: Dies gilt nur, wenn wir die gekaufte Ware ohne größeren Wertverlust einlagern können und eine hohe Sicherheit haben, die Ware wieder verkaufen zu können. Dieses Prinzip is auch auf das Geld anwendbar.

Allerdings führt dies nicht zu einer absoluten Verteilung des Vermögens, da Geld zwar auch monetär verteilt wird, Geld jedoch an sich ein Gut (sein sollte) und daher einen relativen, subjektiven Wert hat.

Wagenknechts These: "Produkt subjektiver Kalkulation" (Wagenknecht)

Hirzels Antwort:

Zum ersten Modell: zwei Teilnehmer, zwei Waren, von denen jeweils einer der Teilnehmer nur eines der beiden produziert. Dieses Modell ist selbst auf abstrakter Ebene sehr unrealistisch. Es gibt keine einzige Situation, in der dies vorkommt und sich tatsächlich keine weitere Wahl bietet, außer mehr oder weniger von diesem einzigen Produkt zu produzieren. Es besteht also keine gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Waren, allerdings zwischen Personen.

Zum zweiten Model: Diese Modelle basieren auf der Annahme, je mehr man von einem Gut hat, desto besser. Besitztümer sind jedoch nicht kostenlos. Lagerplatz, Verluste usw. Es ist daher nur besser mehr von etwas zu haben, solange man seinen Bedarf daran noch nicht gedeckt hat. Ausser es sei ein Gut, das als Geldmittel eingesetzt werden kann.

Wagenknechts These: "Mit der Trennung zwischen Produzent und Anbieter verschwindet die subjektive Arbeitsmühe völlig aus der Preiskalkulation." (Wagenknecht) 

Hirzels Antwort: Die einzige Bedeutung, die die Arbeitsmühe hat, ist dass bei unserer Abwägung über den Wert eines Gutes insofern bestimm, ob es sich lohnt, das gut herstellen, oder es doch besser zu erweben, oder gar ganz darauf zu verzichten. Dies ist aber nur ein Teil der Preiskalkulation. In keinem Fall würde die Trennung zwischen Produzent und Anbieter darauf Einfluss haben. Dies braucht aber einer längeren Erklärung.

Wagenknechts These: "Rentabilität ist keine rein technisch bestimmte Größe." (Wagenknecht, 13)

Hirzels Antwort: Ganz genau. Einverstanden.

Wagenknechts These: "Es besteht damit ein ständiger Druck zur Ausweitung der Produktion über die Aufnahmefähigkeiten des Marktes hinaus." (Wagenknecht, 13) 

Hirzels Antwort: Ich bin Einverstanden damit, dass Überproduktion systemimmanent ist, allerdings aufgrund der Trennung von Rechten und Pflichten.

Wagenknechts These: "Aber die ab Modell 3 in erster Linie produktionsseitig bestimmten Tauschrelationen bzw. relativen Preise haben Einfluß darauf, welche Konsumwünsche am Markt tatsächlich relevant werden. Im letzten Modell kommen als wesentliche Determinanten die Lohnquote und die Konzentration der Nichtarbeitseinkommen hinzu."(Wagenknecht, 13)

Hirzels Antwort: Das ist weder ganz falsch, nocht ganz richtig und einer näheren Betrachtung durchaus wert.

Wagenknechts These: "Die Bedeutung der Analyse makroökonomischer Gleichgewichtsrelationen lässt sich mit dem gleichen Argument bestreiten." (Wagenknecht, 14)

 Hirzels Antwort: Makroökonomischer Gleichgewichtsrelationen und Preistheorie fussen tatsächlich auf der selben Logik. Allerdings stimme ich nicht mit Wagenknechts Lokig überein. (Schmunzel).

Wagenknechts These: "Diese „ursprüngliche Akkumulation“ konnte selbst nicht Produkt marktkonformer Prozesse sein, sondern beruhte auf Monopolbildung im Handel (historisch vor allem im Überseehandel), auf restriktive Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Produktionszweigen (Ausläufer des alten Zunftwesens) und auf der Konzentration von Grundvermögen mit Mitteln der Macht." (Wagenknecht, 14)

 Hirzels Antwort: Dies ist in diesem historischen Fall tatsächlich richtig.

Wagenknechts These: "...immerhin wird Subsistenzproduktion von den durch moderne Industrie und Agrotechnik gesetzten Preisen nicht tangiert." (Wagnknecht, 15) 

 Hirzels Antwort: Das ist für mich nicht ganz klar. Ich arbeite deshalb schon seit Jarhen auch an empirischen Studien zu dieser Frage.

Schlussfolgerung

In der Theorie des adde value (nach Marx) wird das Verhältnis von Erwartungen und Vertrauen zwischen den beiden Austauschpartnern weggelassen. Ein wirtschaftlicher Akt ist immer zuerst ein politischer Akt, oder nach Schmid Ökonomie ein Mittel zu politischen Zielen (Schmid, 25). 

Deshalb sind beide, das kommunistische Experiment und das kapitalistische Experiment bisher gescheitert. Weil die menschliche Interaktion nicht auf eine vernünftige, berechnende Logik beschränkt werden kann.